Schon vor dem Spiel hatten die Verantwortlichen der Schnellmannshäuser kein gutes Gefühl, schließlich wurde im Internet kein Schiedsrichter für das entscheidende Spiel um den 3. Tabellenplatz ausgewiesen. Und es kam wie es kommen musste – die Herren Kowald / Kowald nahmen die Rolle der Unparteiischen ein. Dies ist daher pikant, da beide Herren eng mit dem HV Merkers verbunden sind. Torsten Kowald ist für die Männermannschaft des HV Merkers am Ball, Klaus Kowald sammelte noch vor Wochen (auch in den Schnellmannshäuser Reihen) Unterschriften für den Erhalt der Sporthalle in Merkers.
Das Spiel begann vor rund 150 Zuschauern sehr zerfahren, unseren Mädels war die Nervosität vor der großen Kulisse deutlich anzumerken. Schnelli begann mit einer offensiven 4:2 Deckung, wollte dadurch die starken Werferinnen der Gäste vom Tor weghalten. Dies gelang auch, jedoch fehlte im Angriff die Durchschlagskraft. Die Gastgeber strahlten nur auf 3 Positionen Torgefahr aus, haderten zudem schon zu dieser Phase mit den Schiedsrichtern – wurden doch mehrere klare Siebenmeter nicht gegeben. Merkers konnte, begünstigt durch Schnellmannshäuser Ballverluste, durch Gegenstöße zum Erfolg kommen. Die Partie verlief während der gesamten 1. Halbzeit ausgeglichen, keine Mannschaft konnte sich mit mehr als einem Tor absetzen. Beim Stand von 7:7 ging es schließlich in die Kabine.
Nach Wiederanpfiff erwischten unsere Frauen den besseren Start, konnten durch 2 Gegenstoßtore von Isabell Anschütz und einen Rückraum-Kracher von Liana Wallstein das 10:7 vorlegen. Dieser Vorsprung wurde – begünstigt durch merkwürdige Schiedsrichter-Entscheidungen – leider schnell wieder verspielt. Merkers glich zum 10:10 aus, konnte dank zahlreicher Paraden der starken Nadine Schwanz aber nicht in Führung gehen. Liane Wallstein sah zu diesem Zeitpunkt wegen angeblichen Meckern die Rote Karte (3 x 2 Min.), die Zuschauer brachten von den Traversen immer mehr lautstark ihren Unmut über die Entscheidungen der beiden Unparteiischen zum Ausdruck. Unsere Damen kämpften jedoch weiter vorbildlich, konnten wieder auf 13:11 enteilen. Die Gäste glichen wieder zum 13:13 aus, die Partie war jetzt an Spannung und Dramatik kaum mehr zu überbieten. In der 59. Minute kam es schließlich zum Eklat: Schiedsrichter Torsten Kowald stürmte auf die Tribüne, drohte nach Aussage mehrerer Zuschauer – darunter SGS-Vorsitzdender Peter Krause – einem Zuschauer Schläge an. Nachdem sich die Situation beruhigt hatte sorgten schließlich die beiden Mannschaften für ein spannendes Finale. Nachdem Nadine Schwanz auch den letzten Versuch der Gäste abgewehrt hatte war Schnellmannshausen 30 Sekunden vor Schluss in Ballbesitz. Die Marschroute war klar, der Ball musste nur gehalten werden da ein Unentschieden den benötigten Punkt bescheren würde. Geschickt spielten die Mädels die verbleibenden Sekunden herunter, konnten nach dem Abpfiff ausgelassen jubeln.
Der erreichte 3. Tabellenplatz ist für unsere Frauenmannschaft der größte Erfolg seit ihrem Bestehen. Gerade in Anbetracht der personellen Probleme in dieser Saison (3 Mädels sind bzw. waren schwanger) konnte man mit diesem Ergebnis nicht rechnen.
Zu den Vorfällen rund ums Spiel wird vom Verein ein Sonderbericht verfasst und an die entsprechenden Stellen im Thüringer Handballverband weitergeleitet.
SGS: Schwanz, Nadine ; Trautmann, Kathrin – Bockel, Carolin ; Becker, Susen ; Liebetrau, Romy ; Becker, Susen ; Gläßner, Loreen (4) ; Krause, Jacqueline ; Wallstein, Liane (6/1) ; Anschütz, Isabell (3) ; Bertl, Jana ; Stoll, Sandra ; Möller, Diana ; Brunnecker, Aline ; Becker, Marleen
Zeitstrafen: SGS 5 x 2 Min. HVM 0
7m: SGS 2/1 HVM 6/3
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