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Überraschung blieb aus - TA vom 26.04.2010

Trainerfuchs Edmund Nositschka hatte aus der Heimniederlage gegen Gispersleben seine Lehren gezogen und die Abwehr bestens eingestellt. Zudem wirkte Mühlhausen viel eingespielter, schneller, spritziger und war von allen Positionen − besonders von Außen − gefährlicher und vor allem durchsetzungsfähiger.

Für die Gastgeber hatte das Spiel furios begonnen. Zwei sehenswerte Aktionen über Mirko Albrecht bzw. Philipp Koch auf Michael Müller, verwandelte der Kreisläufer innerhalb von 90 Sekunden zum 2:0. Bei der dritten authentischen Aktion traf Müller nur den Pfosten (5.). Danach fühlte sich Schnellmannshausen offensichtlich zu sicher, der Angriff lief nicht mehr rund.

Leichtfertigkeiten, ungenaue Abspiele und Fehlwürfe − im ersten Abschnitt mindestens sechs − brachten immer mehr Unruhe in die SGS-Reihen. Deshalb reichte es in der ersten Halbzeit lediglich zu mageren sieben Treffern. Erinnerungen an die schwache Vorstellung aus der Vorwoche in Goldbach wurden wach. Der Gast glich nicht nur aus, sondern lag nach 15 Minuten mit 5:3 Front. Zu oft wollten die Gastgeber mit dem Kopf durch die Wand, statt über spielerische Aktionen zum Erfolg zu kommen. Nach 20 Minuten (4:9) herrschte nicht nur bei den Zuschauern Ernüchterung über die Vorstellungder SGS-Sieben. Bis zur Pause hatte der Favorit den Vorsprung auf 13:7 ausgedehnt. Nach dem Wechsel holte Schnellmannshausen zwar zwei Treffer zum 9:14 (34.) auf, das Strohfeuer verlosch aber schnell. Selbst in Unterzahl gelangen den Gästen Tore (9:16/39.). Bezeichnend für die Abschlussswäche war, dass Torjäger Mirko Albrecht erst nach 43 Minuten sein erstes Feldtor gelang (10:16). Danach hatte er mehr Erfolg (12:17/44.), die Abwehr war aber weiter zu löchrig und ließ selbst gegen den reduzierten Gast Tore zu. Zweimal konnte Schnellmannshausen eine doppelte Überzahl (46./54.) nicht zu Treffern nutzen. In der Schlussphase kam dennoch Hoffnung auf. Als Mühlhausen zu fünft einen Strafwurf herausgeholt hatte, parierte Torwart Thomas Wehner den Siebenmeter (49.). Drei Treffer in Folge (Dominik Wehner 2/Albrecht) brachten die SGS auf 18:20 heran (53.). Doch zu einer weiteren Verkürzung fehlten Kraft und Konzentration. Viele Fans suchten nun lautstark die Fehler bei den Schiedsrichtern. An den Unparteiischen war die Niederlage aber keinesfalls festzumachen. Trainer Edmund Nositschka war nach dem Spiel wie immer ruhig und gefasst: „Es tut mir leid für Schnellmannshausen, die Mannschaft hat alles versucht, kämpferisch stark dagegengehalten. Ich hätte ihr zumindest einen Punkt gegönnt. Ob wir den Aufstieg wahrnehmen, entscheidet sich in den nächsten Wochen.“ „Wir hätten gern gewonnen und wären Zweiter geworden. Über die Niederlage sind wir dennoch nicht traurig, Mühlhausen war heute besser und hat sich verdient die Silbermedaille geholt. Wir haben eine gute Saison gespielt und das Beste aus unseren Möglichkeiten gemacht“, fand SGS-Trainer Peter Krause. Auch Deutschlands Frauen- Nationaltrainer Rainer Osmann besuchte das Spiel in Treffurt: „Was die Schnellmannshäuser seit Jahrzehnten hier auf die Beine stellen, das nötigt großen Respekt ab − ich komme gern hierher.“ vor dem Spiel hatte sich Vereins- Chef Peter Krause bei allen Mitstreitern, Übungsleitern, Helfern und Sponsoren für die Unterstützung bedankt. Er zeichnete außerdem die erfolgreiche B-Jugend von Trainer Heiko Jauernik, die Staffelsieger geworden war, und verdiente Sportler und Funktionäre des Vereins aus. So Marcel Wiesemann, der als zweiter SGS-Spieler nach Mirko Albrecht, bisher mehr als 1000 Treffer für die SG erzielt hat.

2010-04-24.Günter Neubauer.TREFFURT.

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