Im Punktspiel der Handball-Landesliga musste sich der bisher ungeschlagene Spitzenreiter Nordhäuser SV bei der SG Schnellmannshausen mit 21:23 (10:11) geschlagen geben.
Schnellmannshausen. Der Wille kann angeblich Berge versetzen. Das sahen die zahlreichen SGS-Fans im hart umkämpften Spitzenspiel gegen den bisher ungeschlagenen Tabellenführer Nordhausen.

Den Gästen tut die Niederlage nicht sonderlich weh.
Schnellmannshausen jedoch eröffnet der von vielen Experten nicht für möglich gehaltene Sieg die Chance auf den zweiten Tabellenplatz der Landesliga.
In den ersten zehn Minuten taten sich die Gastgeber aber vor allem im Verwerten der Tormöglichkeiten ungewöhnlich schwer. Nach dem 3:1 (5.) durch
Mirko Albrecht und
Marcel Wiesemann (2/5.) ließ die SGS fünf sogenannte 100prozentige Chancen ungenutzt. Nordhausen gelang durch den einzigen Treffer vor der Pause von Torjäger
Stefan Fuhrmann (3/2) die 6:4-Führung (14.). Die Pressdeckung der Nordhäuser "Torfabrik" durch
Michael Müller war bis zum Schluss eine der Grundlagen für den Erfolg. Nur langsam wurde die Torausbeute gegen den sehr guten Nordhäuser Torhüter
Sören Ahlert besser. Nach dem letzten Gleichstand (8:8/22.) brachten
Jauernik und
Albrecht Schnellmannshausen mit zwei Toren in Front (11:9/27.). Torwart
Mario Schmidt rettete in der Schlussminute mit Glanzparade den Pausenvorsprung. Im zweiten Abschnitt setzte sich die verbissene und hart an der Grenze des erlaubten geführte Partie fort. Nordhausen zeigte aber zunehmend Nerven. Vor allem die "kurze Leine" für
Fuhrmann hatte unübersehbare Auswirkungen. Aber auch die Gastgeber leisteten sich vor allem im Vorwärtsgang zu viel Risiko und mussten deshalb bis zum 16:16 (43.) immer wieder den Ausgleich hinnehmen. Treffer von Sebastian Ley und
David Jauernik (2) brachten aber Schnellmannnshausen auf die Siegerstraße (53.). Der Dreitorevorsprung (20:17/53.) geriet auch in der dramatischen Schlussphase nicht mehr in Gefahr. Zwei Kontermöglichkeiten versiebte der Spitzenreiter unkonzentriert und scheiterte bei der dritten Möglichkeit am glänzend reagierenden Torwart
Schmidt. Die Zuschauer feierten den Sieg mit stehenden Ovationen. Der übermächtig erscheinende Gegner, der in 15 Spielen ungeschlagen war, wurde in die Knie gezwungen. Spielerisch hohes Niveau war nicht zu erwarten gewesen. Kampfgeist, Durchsetzungsvermögen und Leidensfähigkeit standen im Vordergrund.
SG Schnellmannshausen: Schmidt/T. Wehner;
Albrecht (10/2), Ley (2),
Jauernik (3),
Wiesemann (4), M.
Müller (3/ 1), Koch (1), Montag, F.
Schmidt
Siebenmeter: SGS 4/3, Nordhausen 7/7
Strafminuten: SGS 12, Nordhausen 8.
gn / 13.04.10 / TA